Schädlings-Nützlingssysteme

Das Leben der Insekten

Für alle Lebensräume sind Insekten von enorm großer Bedeutung: als Bestäuber für Obst und Blütenpflanzen, als natürliche Schädlingsbekämpfer, als Nahrungsquelle für Vögel. Die vielen kleinen und winzigen Bewohner einer Wiese sind aber nicht immer ungefährlich. Darunter gibt es auch  Insekten, die der Wiese zusetzen können. Z. B. eine Blattlausinvasion. Wir Menschen haben es uns sehr einfach gemacht: Wir haben die vielfältige Welt der 900.000 Insektenarten lediglich in Schädlinge und Nützlinge eingeteilt. Und Schädlinge vertilgen wir einfach. Wir schlafen dabei aber nur deshalb ruhig, weil wir gar nicht erahnen, wie wir damit die Welt der Insekten zum Sterben bringen. Chemie wirkt! Todsicher.

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Die Blattläuse im Jahreskreis

Blattläuse sind für uns Schädlinge. Sie saugen aus Pflanzen zuckerhältigen Saft und schädigen sie dadurch. Eingerollte Blätter zeigen uns das. Eigentlich würden sie aber anstelle von Zucker Eiweiß benötigen. Der Saft aus den Pflanzen enthält aber nur ganz wenig davon. Deshalb müssen sie viel mehr heraussaugen, um die benötigte Menge Eiweiß herauszuholen. Den zuckerhaltigen Saft scheiden sie gleich wieder aus. Es ist der sogenannte süße Honigtau der Blätter und Pflanzen überzieht. Zwischenzeitlich ist er willkommene Nahrungsquelle für Ameisen und Bienen. Beim nächsten Regen aber wird der Zucker in den Boden geschwemmt und dient dort bestimmten Bakterien als Nahrungsquelle.

Sind Blattläuse also Schädlinge? Ja und nein. Sie schädigen zwar Pflanzen, sind aber gleichzeitig im Ökosystem auch nützlich. Und von diesem Wechselspiel – schädlich und nützlich zugleich – ist das vielfältige Leben in einer Wiese geprägt. Und damit nichts nimmt, zu einseitig und zu bestimmend wird, gibt es das System fressen und gefressen werden.

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Vom Fressen zum gefressen Werden

Blattläuse sind unglaublich. Sie sind die wehrlosesten Insekten und können in einer Schar von Räubern nur überleben, weil sie sich rasend schnell vermehren. Schneller vermehren, als sie aufgefressen werden. Also mehr Nachkommen in die Welt setzen, als alle Gegenspieler zu fressen imstande sind. Die Blattlaus hat viele Gegenspieler: Frauenkäferln, Florfliegen, Schwebfliegen – und etliche andere – sind große Blattlausjäger. Sie sind imstande, eine Invasion der Blattläuse klein zu halten, können sie aber niemals zur Gänze ausrotten. Genau das führt zum Gleichgewicht in der Natur: Kein Nachteil ohne Vorteil und umgekehrt.

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